Haltung, Anstand und die Habeck’sche Überheblichkeit

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Zeit für eine Bürgerbewegung

Haltung und Anstand. Von unseren Politikern gefordert aber nicht vorgelebt. Der Bürger wird zum ergebenen lästigen Sujet degradiert, das nun eben auch noch da ist, aber lässig nebenher regiert werden kann. Eine qualifizierte Ausbildung ist nach Auffassung eines Grünen-„Politikers“ nicht notwendig für diese Aufgabe. Mit diesem Ergebnis und den Konsequenzen müssen wir leben. Aussichtslos?

Meine Kinder versuchte ich, mit liebevoller Konsequenz zu erziehen und zu begleiten. Wichtig war mir, sie ernst zunehmen und ihnen mein Handeln, die Absicht dahinter und das Ziel, stets ihrem Alter angemessen, zu erklären. Sie sollten nachvollziehen können, warum etwas erlaubt oder verboten war, warum ich meistens konsequent bei meiner Meinung blieb, auch wenn sie es möglicherweise gerne anders gesehen oder erlebt hätten.

Heute entscheiden meine Kinder selbst, sind gute und aufrichtige mündige Bürger, die sowohl ihren Kopf, als auch ihr Herz einzusetzen wissen.

Mein Bild von einem mündigen Bürger zeichnet einen aufrichtigen und aufrechten Menschen. Der neben sich auch die anderen sieht, sein Handeln reflektiert und auch für seine Fehler einsteht. Der sich seine Meinung bilden kann und neben seiner Meinung auch die Meinung Andersdenkender respektiert, der argumentieren kann ohne herabzuwürdigen. Der anderen Menschen mit Respekt begegnet und zu seinen Entscheidungen steht. Der sich als Teil unserer Gesellschaft sieht. Ein Mensch, der auf Schwächere Rücksicht nimmt und sich selbst auch einmal zurücknehmen kann. Ein Mensch, der Türen aufhält, der anderen beim Grüßen in die Augen sieht.

Diese gelebten Werte würde ich als „Haltung“ bezeichnen.
Ein Begriff, den ich einmal sympathisch fand, der mir jedoch inzwischen sehr verleidet wurde, ich kann ihn ehrlich gesagt nicht mehr hören. Dennoch möchte ich noch ein wenig bei diesem Begriff verweilen.

Verleidet wurde mir der Begriff „Haltung“ im Sinne einer Wertvorstellung spätestens im Zuge der Wahlen zum Bayerischen Landtag im Oktober 2018, stark strapaziert wurde er schon im Jahr zuvor im Verlauf der Bundestagswahl. Das Foto der damaligen Spitzenkandidatin wurde stets mit einem Schlagwort, wie „Haltung“, „Anstand“, und ähnlichen Wörtern versehen.

Immer wenn ich an diesen Plakaten vorbeifuhr (mehrmals täglich), breitete sich ein Gefühl des Unbehagens, zunehmend auch des Widerwillens in mir aus. Welche hochrangigen Politiker der etablierten Parteien zeigten denn eigentlich Haltung? War das nicht eine Verhöhnung aller Bürger, die tatsächlich täglich aufrecht durch ihr Leben gehen?

Ich fühle mich von den meisten der gewählten Politiker nicht gut vertreten.

Politiker haben den Auftrag, zum Wohle ihres Volkes zu handeln.
Dafür wählt das Volk in demokratischen Wahlen ihre Vertreter und beauftragt sie somit mit einer Regierungsbildung. Eine große Verantwortung. Man wird beauftragt, also in ein Arbeitsverhältnis eingestellt, und ist daran beteiligt, die Geschäfte des Landes nach bestem Wissen und Gewissen in Vertretung der Bürger zu ihrem Besten zu führen und zu lenken. Demnach ist man als regierender Politiker nichts anderes als ein Geschäftsführer eines großen Unternehmens. Auf Zeit.

Konsequenterweise sollte in einer solche exponierten Arbeitsstelle Haltung wahrhaftig gelebt werden:
Gutes tun, Vorbild sein, für das eigene Handeln einstehen, für Fehler gerade stehen, in Debatten und im täglichen Miteinander Respekt walten lassen, zuhören, miteinander reden und Redner in Debatten nicht durch hasserfüllte Zwischenbemerkungen unterbrechen, die Wahl eines Bundestagsvizepräsidenten zum wiederholten male boykottieren… Die Liste ist erweiterbar.

Ich fühle mich von den meisten der gewählten Politiker nicht gut vertreten. Als ich jung war, wählte ich dem Zeitgeist geschuldet Rot und Grün, denn ich zählte mich zu den kreativ-sozialen Menschen, die ein großes weites und verständnisvolles Herz für alle Menschen haben und wollte das dann auch in einen passenden politischen Kontext setzen.

Inzwischen ist mein Herz immer noch groß und weit, aber mein Verständnis, meine Geduld und mein Vertrauen in das Gute in jedem Menschen, wenn man ihm nur Wohlwollen und Liebe entgegenbringt, ist einer anderen Einstellung gewichen; geschuldet den Erfahrungen, die ich im Laufe meines (Arbeits-) Lebens sammelte: Meine Einstellung würde ich inzwischen als liberal-konservativ-patriotisch bezeichnen. Weil mich unsere immer mehr ins Dysfunktionale abgleitende Gesellschaft mit linker Indoktrination auf allen Ebenen verängstigt, ich sorge mich um die Freiheit der Meinung und um die Freiheit der Menschen in unserem Land.

Eine funktionierende gesunde Gesellschaft baucht neben wohlwollenden Menschen immer auch einen Staat, auf den man sich verlassen kann. Vertreten durch eine vertrauenswürdige Justiz, die nachvollziehbare und gerechte Urteile spricht. Eine starke Polizei als ausführende Instanz, die neben der Wertschätzung der Bürger vor allem auch eine Wertschätzung von Regierung und Opposition erfährt. Eine Bundeswehr, die den Namen verdient hat und deren oberster Dienstherr sich mit seiner Truppe identifiziert, der möglicherweise aus den eigenen Reihen kommt und nicht irgendein beliebiger Politiker oder Politikerin, der durch die Ausübung dieses Amtes seinen Posten erhalten kann oder dieses Amt nur als dienlichen Steigbügel in eine noch höhere Position betrachtet.

Eine funktionierende Gesellschaft braucht eine konsequent handelnde und glaubwürdige Regierung und Opposition, die sich transparent für ihre Bürger einsetzt, die weiß um was es geht, deren eigene Lebens- und Berufserfahrun sie für dieses Amt qualifiziert, da sie sich auch dadurch in die Belange der Bevölkerung hineinversetzen können.

Training on the job

Robert Habeck schrieb in seinem 2010 erschienen Buch „Patriotismus – Ein linkes Plädoyer“ unter anderem:

„Um Politiker zu werden, braucht man keine Ausbildung, noch nicht einmal Fachwissen, eher Qualitäten wie Kommunikationsgeschick, Auffassungsgabe, Redetalent – lauter Dinge, die man als „training on the job“ nirgendwo als in der Politik erwerben kann. (Und manche, die sich Politiker nennen, haben noch nicht mal das gelernt): Das erklärt besser als irgendwelche Karrieregeilheit-Vorwürfe, warum so viele Funktionsträger im System Politik aufsteigen und ein Quereinstieg so selten gelingt. Politiker zu sein, lernt man am besten und eigentlich nur in der Politik.“ […]

In diesen Worten, die Herr Habeck offensichtlich ohne Scham zur Veröffentlichung und Verbreitung niederschrieb, auf die er möglicherweise sogar stolz ist, zeigt sich meiner Meinung nach die ganze Arroganz und Überheblichkeit vieler Politiker unserer Zeit. Mehr Verachtung kann man eigentlich dieser verantwortungsvollen Aufgabe, seinem Volk zu dienen, und seinem Volk gegenüber, das die Politiker zahlt, nicht mehr entgegenbringen.

Es tut mir leid, dass ich pauschalisiere. Es mag sicher Politiker geben, die ihre Arbeit ernst nehmen und sich tatsächlich engagieren. Über diese ehrenwerten Menschen schreibe ich hier nicht! Sie haben meine Anerkennung, das Amt eines Politikers wird sicher kein leichtes sein, bei ernsthafter und gewissenhafter Ausübung! Aber ich kann mir vorstellen, dass gerade auch Sie das Verhalten unserer „Spitzenpolitiker“ verurteilen.

Unsere Politikerkaste hat sich offenbar gut in ihrer abgeschotteten Welt eingerichtet. Unter Ihresgleichen lassen sich hohle, inhaltsleere Phrasen dreschen, die dann rhetorisch mehr oder weniger gelungen, bedeutungsschwanger vorgetragen werden. Leeres, hohles Geschwätz. Das Volk aus den Augen verloren, ein lästiges Anhängsel, das irgendwie ruhig gehalten werden muss. Das Volk, das nichts weiß, weil es dummes Stimmvieh ist. Dummgehalten, richtige Meinungen werden vorgegeben.

Ich kann keine Haltung und keinen Anstand erkennen, angesichts drängender Probleme wie einer drohenden Virus-Epidemie oder einer neuen Migrationswelle, die Deutschland und Europa nicht ein zweites Mal wird stemmen können. Angesichts einer zunehmend verarmenden Mittelschicht – inzwischen erheben immer mehr Geldinstitute auf Guthaben Negativzinsen – und einer massiven drohenden Altersarmut für viele viele Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, hart, und die sich nun auch noch von „Politikern“ verhöhnen lassen müssen, da diese für das Regieren dieses blöden Volkes, natürlich keine spezielle Ausbildung benötigen.

Und ich finde es beschämend, dass auf den griechischen Inseln Menschen dicht zusammengepfercht ausharren müssen und die einheimische Bevölkerung ihres Ein- und Auskommens beraubt wird. Hier wäre es die Aufgabe und Pflicht der EU, mit allen Mitteln, Griechenland aktiv zu unterstützen. Kinder, Kranke, Schwangere auf dem Festland zu behandeln. Ein beschleunigtes Asylverfahren zu ermöglichen und im Zuge der Verkleinerung oder Auflösung der Lager die Grenzen Griechenlands als Tor Europas zu schützen. Damit würden aktiv Menschenleben geschützt, nicht durch eine permanente Unterstützung der Seenotrettung.

Ich habe drei Ausbildungen absolviert, eine Lehre im Handwerk, eine Ausbildung als Erzieherin und später noch ein soziales Studium. Studium und zweite Ausbildung nebenberuflich. In meiner Arbeit profitiere ich sehr davon, habe ich doch zum einen viele berufliche Situationen er- und durchlebt und zum anderen auch viele unterschiedliche Berufsfelder kennengelernt; hierbei nicht zu vergessen die Menschen, mit denen ich zusammenarbeitete. In einem sozialen Beruf tätig, kann ich mich durch meine Lebens- und Berufserfahrung sehr gut in die Menschen und ihre Probleme hineinversetzen und mit ihnen Lösungsansätze erarbeiten. Meine Berufserfahrung im Handwerk und im Agenturbereich ermöglicht es mir, nachvollziehen zu können, wie (körperlich) belastend Arbeitssituationen und Terminarbeit sein können.

Von meiner Arbeit werde ich nicht reich, dennoch bin ich gut ausgebildet und möchte das schon allein aus Verantwortung gegenüber den Menschen, mit denen und für die ich arbeite, sein. Ich bin keine Politikerin, ich stehe nicht gerne in der Öffentlichkeit. Wahrscheinlich fehlen mir Kommunikationsgeschick, Auffassungsgabe und Redetalent vielleicht sollte ich mich einmal von Herrn Habeck beraten lassen.
Ich berate übrigens Menschen, die viel gearbeitet haben und dies häufig aus gesundheitlichen Gründen nicht (mehr) tun können. Sie haben große berechtigte Angst vor Altersarmut und sozialem Abstieg.

Die Konsequenzen: Spaltung, Angst, Radikalisierung

Wohin das überhebliche Auftreten, das häufig manipulative Reden und der unkonsequente nicht nachvollziehbare Aktionismus oder das gegenteilige Nichtstun unserer Volksvertreter und vieler Politiker der linksgrünen Parteien führt, bekommen wir derzeit zu spüren: Eine Spaltung der Gesellschaft, zunehmende Angst, seine Meinung zu äußern, oder mit den falschen Leuten gesehen zu werden, Verunsicherung, Rückzug und im schlimmsten Fall Radikalisierung. Es hat sich eine Stimmung des Misstrauens in unserer Gesellschaft etabliert, schleichend aber inzwischen manifestiert.

Von den Mainstream-Medien unterstützt haben diese „Politiker“ immer noch angeblich sehr viel Unterstützung und Rückhalt bei den Wählern. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Grünen vor allem eine Partei der urbanen gut verdienenden, häufig in gentrifizierten Stadtteilen wohnenden Bevölkerung zu sein scheinen. Ich weiß wovon ich schreibe, ich gehörte in einem früheren Leben selbst dazu. SPD, FDP und inzwischen auch die CDU zerlegen sich selbst, sind auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit. Und die Linkspartei ist ein Sammelbecken kommunistischer Ideologien. Was ist noch übrig von den ehemaligen Volksparteien?

Am 04.03.2020 wurde Bodo Ramelow als neuer Ministerpräsident Thüringens „wiedergewählt“. Eine Farce hoch zehn und ebenfalls eine Verachtung aller Wähler. Eine Schmierenkommödie. Zuvor wurde bekannt, dass es die SED-Nachfolgepartei doch sehr ernst nimmt, mit der sozialen Gerechtigkeit und dem kommunistischen Gebot der Umverteilung des Eigentums auf das Volk. Satire ist das nicht mehr, wenn eine Teilnehmerin des Strategiekongresses der Linkspartei, sogar unter einigem Beifall, von einer Revolution reden kann, bei der das eine Prozent der Reichen zuvor erschossen wurde. Der anwesende Bernd Rixinger korrigierte anschließend jovial „Wie erschießen sie nicht, wir setzen sie für nützliche Arbeit ein“.

Da fällt mir nichts mehr ein, gerechtfertigte Empörung unserer regierenden Politiker und der Mainstream-Medien bzw. die Forderung nach Konsequenzen erwartete ich vergebens. Im Gegenteil, Herr Ramelow wurde in Thüringen als Ministerpräsident „gewählt“…

Den Kopf in den Sand stecken?

Ist die Lage aussichtslos? Ich möchte glauben, dass es nicht so ist, dass noch Hoffnung besteht. Eine große Chance sehe ich in, wenn sich viele Menschen zusammentun, die sich gegenseitig und mit möglicherweise verschiedenen Meinungen akzeptieren. Die sich wieder zuhören, die wieder eine gesunde, lebhafte, befruchtende und wertschätzende Debattenkultur etablieren. Die nicht einteilen in Rechts und Links, in „gute“ und „schlechte“ Meinung. Aus der Mitte und für die Mitte der Gesellschaft. Die dadurch ein Umdenken in der Gesellschaft bis zu den Mainstream-Medien und der Politik bewirken werden. Für eine Gesellschaft, in der Politik wieder von Menschen gemacht wird, die aus dem Volk kommen, die über Ausbildungen und Lebens- und Berufserfahrung (außerhalb politischer Aufgabenfelder) verfügen. Für eine vereinte Gesellschaft, in der tatsächlich kein Raum für Hass und hetzte ist. Eine Gesellschaft, vertreten von Menschen, die ein Interesse daran haben, zum Wohle ihrer Bürger zu arbeiten.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der niemand stigmatisiert und ausgegrenzt wird, weil er die „falsche“ Meinung hat, oder die „falsche“ Partei wählt. Nebenbei bemerkt, eine demokratische Partei kann immer noch keine Parteitage abhalten, da ihr keine Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Wirte trauen sich nicht, ihnen ein Gastrecht einzuräumen, erst vor kurzem kursierte ein Video einer Wirtin, die sich reumütig entschuldigte, sie habe nicht gewusst, dass die Versammlung, die bei ihr tagte, eine AfD-Veranstaltung gewesen sei. Das ist furchtbar traurig, aber nachvollziehbar. Andererseits käme die Antifa, würde alles kurz und klein hauen und danach hätte die Wirtin möglicherweise Einnahmeeinbußen, da sie von den linksguten Menschen gemieden wird.

Es gibt Alternative Medien, ich zähle sie hier nicht auf, da ich keine vergessen möchte. Interessierte finden sie! Mutige Journalisten, Kolumnisten und bloggende und vloggende Menschen versuchen, die Meinungsvielfalt aufrecht zu halten. Es gibt inzwischen die Atlas-Bewegung und das Hallo Meinung Bürgerforum. Man kann sich also durchaus informieren und aktiv werden und sich nicht nur ohnmächtig seinem Schicksal ergeben!