Licht

Einkehr

Es ist stiller geworden in meiner Straße. Begegnungen erfolgen freundlich distanziert. Man redet miteinander, wenn man sich kennt, aber nur das Nötigste, kurz, man kehrt sich voneinander ab. Dann verschwinden die Menschen hinter ihrer Haus- oder Wohnungstür.

„Ich habe gerade einen Aushang im Haus aufgehängt, dass ich gerne einkaufen gehe für alte und gefährdete Menschen. Da kam eine alte Frau, las meinen Zettel und meinte, das sei aber freundlich. Ja, vielleicht demnächst mal eine Milch… und dann fing sie an zu weinen“ schrieb mir heute das Thierchenkind. Und dann weinten wir beide, miteinander verbunden über eine sichere Messengerdistanz.

Wer kann, bleibt zu Hause, viele Menschen können es nicht, viele müssen es – der Schaden für unsere Volkswirtschaft ist nicht abzusehen.

„Die Menschen bangen um ihr Vermögen und um ihr Leben“, diese Aussage eines Bekannten (wenn Vermögen da war, vielleicht kann man den Begriff auch durch Existenz oder Sicherheit ersetzen) beschreibt vielleicht recht treffend die Situation von vielen Menschen in unserer Gesellschaft. Möglicherweise gehören viele Menschen keiner Risikogruppe an, aber auch sie sind häufig mit Menschen verbunden, deren Gesundheit oder gar Leben gefährdet zu sein scheint.

Das bringt Angst und Verunsicherung, die niemanden abgenommen werden können.

Darum möchte ich hiermit zuerst Danke sagen an alle Menschen, die weiter für unsere Gemeinschaft arbeiten (müssen). Und weil ich nicht alle Bereiche aufzählen kann, nenne ich ein paar Berufsgruppen, die mir gerade einfallen. Alle, die ich nicht nenne, schließe ich aber mit ein in meinen Dank!

Ich danke zunächst allen Menschen, die für die Geschäfte und Einrichtungen arbeiten, die unsere Grundversorgung aufrechterhalten. Ich danke allen Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten; alle Menschen, die Kinder betreuen und es damit anderen ermöglichen weiter arbeiten zu gehen. Ich danke den Menschen, die für unsere Sicherheit sorgen, Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr, Bundeswehr, THW, und all denen, die hier noch dazugehören; Allen Menschen, die weiterhin für unsere Volkswirtschaft arbeiten gehen.

Dann möchte ich aber auch allen Menschen von Herzen danken, die jetzt zu Hause bleiben, nicht nur für ihre eigene Sicherheit, auch um die Schwächeren zu schützen.

Niemand kann derzeit abschätzen, wie sich die Lage in unserem Land entwickeln wird, die bange Frage, wie viel Leid auf jeden einzelnen von uns zukommen wird, kann niemand gerade beantworten.

Wir wissen nicht, wie lange dieser Zustand anhalten wird, wir reisen gerade ins Ungewisse. Die Welt dreht sich weiter, dieser Zustand wird irgendwann vergehen.

Was aber wird bleiben? Wird unser Land, unser Kontinent, die Welt eine andere sein? Wie werden wir das Jahr 2020 in einigen Jahren rückblickend betrachten? Als Wendepunkt? Und falls ja, als Wendepunkt für was?
Wir können das derzeit nicht wissen. Die Zeit bleibt nicht stehen, irgendwann werden wir wieder ins Tagesgeschäft zurückkehren. Menschen werden Verluste verschiedenster Art erlitten haben.

Wie aber können wir uns Mut machen? In einer Zeit, in der sogar die Kirchen schließen? In einer Zeit, in der die meisten Menschen Krisen mit existenzieller Bedrohung nicht mehr kennen? In einer Zeit, in der soziale Kontakte, Umarmungen, Berührungen, für viele Menschen tröstlich wären?

Hoffnung ist ein Begriff, der in diesen Zeiten wieder eine neue Bedeutung erlangt.

Gerade fällt mir wunderschönes Lied dazu ein, das Hoffnung und Mut geben kann, egal, ob man ein gläubiger Mensch ist, oder nicht. Der Text stammt von Gregor Linßen – Danke Herr Linßen, für diesen wunderschönen hoffnungsvollen Text!


Ein Licht in Dir geborgen

Ein Funke, aus Stein geschlagen
wird Feuer in kalter Nacht.
Ein Stern, vom Himmel gefallen,
zieht Spuren von Gottes Macht.


So wie die Nacht flieht vor dem Morgen,
so zieht die Angst aus dem Sinn,
so wächst ein Licht in dir geborgen,
die Kraft zum neuen Beginn.


Glut, in Wassern gesunken
wird Glanz in spiegelnder Flut.
Ein Strahl, durch Wolken gedrungen
wird Quell von neuem Mut.


So wie die Nacht flieht vor dem Morgen,
so zieht die Angst aus dem Sinn,
so wächst ein Licht in dir geborgen,
die Kraft zum neuen Beginn.


Ein Lachen in deinen Augen
vertreibt die blinde Wut.
Ein Licht, in dir geborgen,
wird Kraft in tiefer Not.


So wie die Nacht flieht vor dem Morgen,
so zieht die Angst aus dem Sinn,
so wächst ein Licht in dir geborgen,
die Kraft zum neuen Beginn.