Über das Thierchen

Aufgewachsen in dem Glauben an das Gute und den Rückhalt in der Gemeinschaft; auf die Werte unserer Gesellschaft und mit der jugendlichen Arroganz und Überheblichkeit des uninformierten Besserwissens lebte das Thierchen viele Jahre in seinem linksgut-orientierten Kosmos. Im sozialen Bereich tätig, meist gerne, immer noch, aber nicht mehr ohne nachzufragen.

Unsere vormals stabile Gesellschaft scheint zunehmend zu zerfallen, meinungsgute Medien, Politiker und Bewegungen geben die erwünschte Richtung vor. Der Bürger kann mitlaufen, schweigen, oder muss sich beschimpfen und diffamieren lassen.

Kritisches Denken und vor allem Hinterfragen wird zunehmend eingebremst, wenn man ein ruhiges, komfortables Leben mit einem sozialen Rückhalt leben und behalten möchte. Eine nichtkonforme Meinung wird in unserer Gesellschaft immer weniger toleriert und die Angst, die eigene Komfortzone zu verlieren scheint bei vielen Menschen zu wachsen. Die Spaltung unserer Gesellschaft, die auch vor Familien nicht Halt macht, empfinde ich als sehr bedauerlich und undemokratisch.
Inzwischen kann die beschnittene Meinungsfreiheit sogar existenzbedrohend sein, immer mehr Menschen wollen ihre Meinung oder kritische Anmerkungen oder Fragen gerade auch in der Arbeit nicht mehr offen legen, aus Sorge vor Repressionen bis hin zum Arbeitsplatzverlust.

Das erinnert mich an Erzählungen über die Zustände in der DDR, die ich persönlich nie erlebte und ich hätte mir das auch nie in meinen schlimmsten Träumen ausgemalt, dass ich so eine gesellschaftliche Stimmung einmal real erleben würde.
Als freiheitsliebender Mensch macht mich das traurig, regt mich aber auch an, meine Stimme zu erheben.

Als eher introvertierter Mensch konzentriere ich mich auf das Schreiben. Dieses Blog dient als Raum für meine unbetreuten Gedanken, Beiträge zur Bewältigung des Alltags und zur allgemeinen Lage in unserem Land.

Politisch verorte ich mich mittlerweile in der bürgerlich-liberalen Mitte. Bewährtes bewahren und Neuem gegenüber aufgeschlossen zu sein bedeutet für mich keinen Widerspruch, im Gegenteil. Ohne auf das Fundament aus Wissen, Kultur und gesellschaftlichen Werten aufzubauen kann sich Neues meiner Meinung nach nicht positiv und zum Wohle der Gesellschaft entwickeln.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf den wunderbaren Vortrag von Werner J. Patzelt verweisen, den er am 21. März 2018 in der BdK mit dem Thema „Was ist Konservatismus – Eine Bestimmung für die Gegenwart“ hielt.