Versöhnung

Ein wahrer Freudenbringer

Letzten Herbst, auf einer Reise nach Italien, hatten wir zeitweise einen Geistlichen als Reiseführer. Zunächst hörte ich ihm nicht sehr aufmerksam zu, war ich doch mehr mit meiner sehr geschätzten Begleitung und dem Betrachten der Landschaft beschäftigt. Doch dann kam die Rede auf die Feuerbestattung, und wie die Kirche dazu stünde. Das interessierte mich, da ich erstens eine Affinität zum Morbiden habe und zweitens lange unentschlossen war, wie ich bestattet werden möchte, wenn es einmal soweit ist.

Es kam also die Frage auf, darf man sich als gläubiger Christ überhaupt feuerbestatten lassen, wenn man doch an die eigene Erlösung und Auferstehung glaubt? Denn wenn der Leib verbrannt ist, was ist denn dann noch da?
Nun, ich sehe das pragmatisch, ich mag eben kein Feuer.
Aber die Ausführungen des Geistlichen sprachen mich sehr an:
Demnach war eine Feuerbestattung früher tatsächlich mit dem christlichen Glauben unvereinbar. Mittlerweile geht man jedoch im christlichen Kontext davon aus, dass der Mensch im Augenblick seines Todes in seine eigene Erlösung stirbt, daher sei es gleich, ob man sich erd- oder feuerbestatten lässt.

Ich habe vor einiger Zeit einen lieben Menschen beim Sterben begleitet. Das war in aller Traurigkeit auch ein tröstliches Ereignis. Und die Worte des Geistlichen erinnerten mich daran, dass auch ich damals etwas Erlösendes im Augenblick des Todes spürte.

Zurück im Alltag hatte ich beruflich Kontakt zu einer älteren Dame. Sehr christlich geprägt. Sie erzählte mir, dass ihr ein Pfarrer einmal sagte, nur die bösen Menschen würden sich verbrennen lassen. Das mache sie sehr traurig, da sie sich eine teurere Erdbestattung nicht leisten könne.
Lieber geistlicher Reisebegleiter, gerne möchte ich Ihnen mitteilen, dass Ihre Worte, die ich der alten Dame schenkte, diese sehr glücklich gemacht haben. So eine Freude.

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